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Sie sollten die Aussprache-, Grammatik- oder Sprachfehler anderer Personen nicht korrigieren.




8 Gründe, warum du die Aussprache, Grammatik oder Sprachfehler anderer Menschen nicht korrigieren solltest, wenn sie dich nicht darum gebeten haben:


1- Es schafft eine unnötige Machtdynamik:


Menschen zu korrigieren, wenn sie nicht darum gebeten haben, schafft eine Machtdynamik, bei der die Muttersprachler*innen immer "die Korrigierenden" und Zweitsprachler*innen "diejenigen, die korrigiert werden" sind. Außerhalb von bestimmten Kontexten wie etwa Sprachkursen, können unaufgeforderte Korrekturen das Gefühl von Überlegenheit vermitteln; es wird angenommen, dass der Ratgebende weiß, was für den anderen richtig ist.


2. Es kann eine Form von "Othering" erzeugen:

Wir korrigieren selten Menschen, die ihre Erstsprache sprechen. Weil diese vermeintlich ''richtig'' sprechen. Deshalb kann das Korrigieren ausschließend sein und als ''Othering'' wahrgenommen werden. ''Du bist anders, weil du anders sprichst''.


3 - Für dich ist es vielleicht eine einmalige Sache, aber nicht für die anderen:


Menschen, die ihre Zweitsprache sprechen oder mit einem anderen Akzent sprechen, werden wegen ihres Akzents, ihrer Erstsprache oder ihrer Wortwahl diskriminiert. Korrigiert zu werden ist eine Situation, mit der sie ständig konfrontiert werden, auch wenn sie nicht darum gebeten haben. Alle müssen das Recht haben, selber entscheiden zu können wann sie was lernen möchten.


4- Sprache ist dynamisch, es gibt nicht den "richtigen" Akzent:


Sprache ist dynamisch. Das bedeutet, dass sie sich ständig verändert. Menschen in verschiedenen Regionen sprechen mit unterschiedlichen Akzenten. Es gibt keine "falschen Akzente". Warum sollten wir also darauf bestehen, dass andere Menschen mit dem Akzent sprechen, den wir von ihnen erwarten?


5 - Unaufgeforderte Ratschläge können die Grenzen anderer Menschen verletzen:

Selbst wenn es nett gemeint ist, ist es kein Respekt vor der Entscheidung des anderen, wenn man ihnen einen Ratschlag gibt, ohne dass sie darum gebeten haben. Wenn du wirklich einen Ratschlag hast und du denkst, dass die andere Person den unbedingt hören sollte, solltest du sie zuerst fragen (und nicht mitten im Gespräch): "Darf ich dir einen Ratschlag dazu geben? Da du deine Sprachkenntnisse verbessern möchtest, möchtest du, dass ich manchmal deine Aussprache oder Texte korrigiere? Obwohl ich alles verstanden habe, was du geschrieben/gesagt hast, sind mir einige kleine grammatikalische Fehler aufgefallen, möchtest du, dass ich sie korrigiere?"


6 - Immer wieder korrigiert zu werden kann frustrierend und entmutigend sein:


Es erfordert eine Menge Mut, sich im Leben zurechtzufinden und in einer Umgebung zu sprechen, in der überwiegend eine andere Sprache verwendet wird. Immer wieder korrigiert zu werden, kann frustrierend und entmutigend sein.


7 - Jemanden beim Sprechen zu unterbrechen ist einfach unhöflich:


Muttersprachler*innen korrigieren Nicht-Muttersprachler*innen oft mitten in ihren Sätzen. Es vermittelt der anderen Person den Eindruck, dass sie nicht auf den Inhalt geachtet haben und nur auf die Form des Ausdrucks. Außerdem ist es einfach unhöflich.



8 - Jemanden zu korrigieren kann bedeuten, dass der Inhalt nicht genug Aufmerksamkeit bekommt:


Dies könnte bedeuten, dass man den Inhalt des Gesprächs und die Person nicht ernst genug nimmt und dass das Einhalten einer bestimmten Sprachform viel wichtiger ist als der Inhalt, der ausgetauscht wird. Denk bitte daran: Sprache ist nicht das Ziel, sondern das Werkzeug zur Kommunikation.



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